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Nicht alle Städte haben einen „Prominentenfriedhof”. Auf Melaten finden wir die Grabstätten des um die Stadt in vielfältiger Hinsicht verdienstvollen Ferdinand Franz Wallraf, des Zeitungsverlegers Markus DuMont, des aus Italien zugezogenen Parfumeurs Johann Maria Farina, vieler Bankiers, wie etwa Salomon Oppenheim oder Wilhelm Ludwig Deichmann, Mitbegründer der Deutschen Bank; wir finden die Grabstätten von Erfindern, wie Nikolaus August Otto oder Eugen Langen, dem Konstrukteur der Wuppertaler Schwebebahn, von bedeutenden Unternehmern, von Schauspielern, verdienstvollen Oberbürgermeistern der Stadt, der großzügigen Stifterin Laura von Oelbermann und natürlich, zu Köln gehörend, die Gräber vieler „Karnevalisten“ Jahreszeitlich – im aufbrechenden Frühjahr, im Sommer, im sich verfärbenden Herbst –.bietet dieser Friedhof Melaten die unterschiedlichsten malerischen Eindrücke. Die zweihundertjährige Friedhofskultur in Verbindung mit der wechselnden Natur hat ihren eigenen Reiz. Aber sie lässt auch Stadtgeschichte und Familiengeschichte lebendig werden und zeigt auch den Wandel von einer zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch eindeutig christlich geprägten Todesvorstellung zu einer modernen Erinnerungskultur: den Wandel vom „Gottesacker“ in Verbindung mit dem Glauben an die Auferstehung der Toten zur Erinnerungsstätte für bedeutende Bürger der Stadt bis hin zum privaten, intimen Gedächtnis am Einzelgrab der uns werten Verstorbenen. Als Ferdinand Franz Wallraff zu Beginn des 19. Jahrhunderts die inzwischen mehrfach erweiterte Friedhofsanlage konzipierte, dachte er auch an einen Ort, der Schönheit mit Besinnung verbindet.
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